Pressemitteilung des Lichtenrader Sportvereins – Zu den wiederholten Beschwerden der Anwohner über die Lautstärke bei unseren Heimspielen
Als Präsident des Lichtenrader Sportvereins sehe ich mich in der Pflicht, mich deutlich zu den anhaltenden Beschwerden der Anwohner rund um unsere Sporthalle zu äußern. Es ist bedauerlich, dass die Leidenschaft, die unsere Heimspiele so besonders macht, immer wieder zu Konflikten führt. In den letzten Wochen haben wir erneut erlebt, wie die Polizei eingeschaltet wurde, um die Lautstärke während unserer Spiele zu „klären“. Es ist inakzeptabel, dass statt eines Dialogs, den wir jederzeit bereit wären zu führen, sofort solche Maßnahmen ergriffen werden.
Die Emotionen und die Leidenschaft unserer Fans sind das Herzstück jedes Spiels. Die lautstarken Anfeuerungen, das gemeinschaftliche Erleben der Spiele – all das ist Sport. Wer den Sport liebt, liebt diese Emotionen. Es sind genau diese Momente, die den Sport ausmachen, die das Besondere ausmachen. Doch anstatt ein gegenseitiges Verständnis zu entwickeln, wird auf diese leidenschaftliche Atmosphäre mit Beschwerden reagiert, die durch den Einsatz der Polizei „gelöst“ werden sollen.
Ich möchte jedoch klarstellen: In unserer Halle sind – und waren – immer alle Fenster geschlossen, um den Lärm auf ein Minimum zu reduzieren. Der vermeintliche Lärm ist also nicht das Resultat von unsachgemäßem Verhalten, sondern ein Ausdruck der Begeisterung und Energie, die der Sport mit sich bringt. Auch die Polizei hat in ihren Einsätzen bestätigt, dass keine Belästigung oder tatsächliche Störung wahrgenommen wurde und dass die meisten Einsätze hätten vermieden werden können, wenn zuvor ein Gespräch gesucht worden wäre. Es wird auf die Polizei als Mittel der Konfliktbewältigung zurückgegriffen, ohne dass der Versuch unternommen wurde, im Vorfeld das Gespräch zu suchen und Lösungen zu finden. Und das ist wirklich enttäuschend.
Wir als Verein sind jederzeit bereit, uns an den Tisch zu setzen und mit den Anwohnern in einen konstruktiven Dialog zu treten. Doch anstatt die Chance auf ein solches Gespräch zu ergreifen, wird sofort die Polizei gerufen. Dies ist nicht nur ein fehlerhafter Umgang mit der Situation, sondern auch ein Versäumnis, die Bedeutung des Sports und seiner Gemeinschaft zu verstehen. Es ist eine Ignoranz gegenüber dem, was Sport für uns alle bedeutet – nämlich auch Emotionen, Leidenschaft und die Freude am gemeinsamen Erleben.
Ich appelliere an alle Beteiligten, die Emotionen und die Begeisterung unserer Fans nicht als Störung zu betrachten, sondern als das, was sie sind: ein wesentlicher Teil des Sports. Der Versuch, diese auszubremsen, zerstört das, was den Sport ausmacht. Und gleichzeitig erkennen wir an, dass auch der respektvolle Umgang mit den Bedürfnissen der Nachbarn wichtig ist. Wir stehen bereit, gemeinsam mit den Anwohnern eine Lösung zu finden, die den Anforderungen des Sports und der Ruhe gleichermaßen gerecht wird. Doch dieser Weg beginnt nicht bei der Polizei – er beginnt bei einem offenen, respektvollen Dialog.
Darius Krai
Präsident des Lichtenrader Sportvereins